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Kaufen, aber wann?
Nicht nur Börsenneulinge müssen sich die Frage stellen, " Wann kaufe ich?" Egal ob Neueinstieg oder Aufstockung, jeder möchte gerne den bestmöglichen Einstiegszeitpunkt erwischen. Das Problem an der Sache: Leider kennt man diesen immer erst im Nachhinein....

Gut gemeinte Ratschläge
Erfahrene Strategen kennen die Situation - Börsenneulinge werde sie noch kennen lernen: Nach zahlreichen Überlegungen und schlaflosen Nächten hat man sich für den persönlichen Fond-Favoriten entschieden. Hochmotiviert marschiert man zu seiner Bank und erntet jene berühmte Aussage des Beraters: Sicherlich ein guter Fonds, aber viel zu hoch! Oder der gute Ratschlag eines Arbeitskollegen: "Der ist ja ganz oben, da würde ich nicht einsteigen".
Keiner sagt uns allerdings, wie lange und vor allem auf was man warten soll!. Kommt es nämlich dann tatsächlich einmal zu den gefürchteten Kurskorrekturen, ist die Börsenwelt um ein weiteres gutes Warteargument nicht verlegen: Greife niemals in ein fallendes Messer!" heißt es dann einleuchtend. Ja was denn nun? Wann soll man jetzt kaufen?

Abwarten und Tee trinken?
Ein bekannter Börsenspezialist bringt es auf den Punkt: Investoren haben viel mehr Geld damit verloren, auf Korrekturen zu warten, als sie die Korrekturen selbst gekostet hätten"
So konnten sich viele der gefeierten Pessimisten, die die Aktienkorrektur vom Herbst 1998 richtig vorausgesagt haben, ihrer Weisheit nicht sonderlich erfreuen. Der Grund: Sie blieben dem Markt zu lange fern und fuhren deshalb unter dem Strich schlechter als die bereits investierten Anleger, die dem reinigenden Gewitter tatenlos zusahen. Mit abwarten und Tee trinken werden also tatsächlich dicke Gewinne erzielt - allerdings nur, wenn man die Fonds bereits besitzt!

Was wäre wenn?
So weit, so gut: Dennoch stellt sich dem unschlüssigen Käufer die Frage, welche Auswirkung auf die Rendite hätte der ideale Einstiegspunkt? Was wäre, wenn ich tatsächlich einen besseren Kurs erwischen würde? Machen wir dazu ein konkretes Beispiel: Für den Lanfristinvestor war der optimalste Anlagetermin der 19. Oktober 1987 - der Tag des großen Börsencrashs. Hätte er diesen idealen Einstiegszeitpunkt damals tatsächlich erwischt, er hätte bis heute mit amerikanischen Dow-Jones-Werten durchschnittlich rund 15 Prozent pro Jahr verdient.
Und der Anleger, der das Pech gepachtet hat? Der seine Aktien unglücklicherweise am Handelstag zuvor in sein Depot gelegt hat? Er hätte bis heute durchschnittlich 12 Prozent verdient. Das man jedoch solch einen Tag - den schlechtesten in 13 Jahren - erwischt, ist mehr als unwahrscheinlich. Und selbst wenn einem solches Pech angeboren wäre, man hätte immer noch eine Rendite, die andere Anlagen in den Schatten stellt.
Halten wir fest: Schwankungen, wie sie an der Börse jederzeit vorkommen können und völlig normal sind, haben unter langfristigen Gesichtspunkten kaum Auswirkungen auf die Rendite. Das Ausnutzen solcher Schwankungen ist nicht nur reine Glückssache, sondern spielt langfristig nur eine untergeordnete Rolle.

Wann kaufe ich denn nun?
Die Antwort auf diese Frage klingt fast schon banal: Bei Fonds ist jeder Tag Kauftag! Die Schwankungen muss ein Anleger akzeptieren - in beide Richtungen! Falls sich der Zeitpunkt im Nachhinein nicht als günstig erweist und der ausgewählte Fond erst einmal auf Tauchstation geht, so ist das kein Beinbruch. Man mag sich zwar ärgern, dass man nun den Fond etwas billiger bekommen könnte. Entscheidend ist jedoch, wohin der Fond in den nächsten Jahren steigt, und nicht, was er heute macht.

Fazit:
Das kostbarste Gut einer Geldanlage ist die Zeitdauer, die zur Verfügung steht. Spitzenfonds von erstklassiger Qualität haben bisher noch jeden Rückschlag aufgeholt und neue Höchststände erreicht.
Alles, was man als Anleger dazu benötigt, ist Geduld und den Mut, sich den Fond zu kaufen, egal zu welchem Zeitpunkt.